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University of Graz News Nikotinbeutel an steirischen Hochschulen: Viele nutzen sie, Risiken werden unterschätzt

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Wednesday, 01 July 2026

Nikotinbeutel an steirischen Hochschulen: Viele nutzen sie, Risiken werden unterschätzt

Nikotinbeutel an steirischen Hochschulen ©SOWI/Polutak
©SOWI/Polutak

(v.l.n.r.) Mag.a Waltraud Posch, Dr.in Beate Klösch, BA BSc MA und Assoz. Prof. Dr. Sabine A. Haring-Mosbacher

Eine Online-Umfrage der Universität Graz und VIVID – Fachstelle für Suchtprävention – unter 623 Studierenden zeigt: Fast ein Viertel konsumiert regelmäßig Nikotinbeutel. Praktische Vorteile und diskreter Konsum stehen im Vordergrund, gesundheitliche Risiken werden oft geringer eingeschätzt als bei anderen Nikotinprodukten.

Im Frühjahr 2026 führten Soziolog:innen der Universität Graz in Kooperation mit VIVID eine Befragung unter 623 Studierende der fünf größten steirischen Hochschulen zum Konsum von Nikotinbeuteln durch. Die Erhebung ist nicht repräsentativ, zeigt aber klar: Nikotinbeutel sind im Alltag vieler Studierender angekommen.

Hohe Nutzung, vor allem bei jungen Männern

23,1 % der Befragten konsumieren regelmäßig Nikotinbeutel, 17,7 % täglich. Zum Vergleich: 7,7 % rauchen täglich Zigaretten, 4,0 % täglich E‑Zigaretten. Besonders häufig nutzen männliche und jüngere Studierende Nikotinbeutel.

Diskreter Konsum, soziale Einbettung

Der Einstieg erfolgt meist über Freund:innen. Zwei Drittel der Konsumierenden verbergen ihren Konsum vor Familie oder Lehrpersonen. Nikotinbeutel werden als praktisch erlebt: Sie sind fast überall und unauffällig nutzbar – auch dort, wo Rauchverbot gilt. Tägliche Nutzer:innen verwenden sie in vielen Alltagssituationen, gelegentlicher Konsum findet eher in Bars und Clubs statt.

Risiken: bewusst abhängig, aber „weniger schädlich“?

Viele Studierende sehen das Abhängigkeitspotenzial von Nikotinbeuteln als hoch an, schätzen sie aber gleichzeitig als weniger gesundheitsschädlich ein als andere Nikotinprodukte. Für Nikotinbeutel gibt es in Österreich bisher keine Beschränkungen für Werbung und Sponsoring – ein möglicher Grund für diese Risikowahrnehmung.

Konsequenzen für die Prävention

Die Studie zeigt: Nikotinbeutel betreffen nicht nur „ein paar Jugendliche“, sondern viele junge Erwachsene. VIVID fordert daher eine Regulierung von Werbung und Sponsoring – wie bei anderen Nikotinprodukten – und setzt sich für einen besseren Schutz junger Menschen vor Suchtmitteln ein.

Team:

Dr.in Beate Klösch, BSc MA (Projektkoordination)
Center for Social Research (CSR) und Institut für Soziologie, Universität Graz 

Dr.in Karin Scaria-Braunstein, MA
Institut für Soziologie, Universität Graz 

Assoz. Prof.in Mag.a Dr.in Sabine A. Haring-Mosbacher
Institut für Soziologie, Universität Graz 

Mag.a Waltraud Posch
VIVID – Fachstelle für Suchtprävention 

Markus Doppelhofer, BA (studentische Mitarbeit)
Institut für Soziologie, Universität Graz 

Aron Garamvölgyi, BA (studentische Mitarbeit)
Institut für Soziologie, Universität Graz

Nikotinbeutel an steirischen Hochschulen ©SOWI/Polutak
©SOWI/Polutak
Nikotinbeutel an steirischen Hochschulen ©SOWI/Polutak
©SOWI/Polutak

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