Der aus Budapest stammende Soziologe Karl Mannheim gilt als Begründer der modernen Wissenssoziologie, jener Forschungsrichtung, die danach fragt, wie gesellschaftliche Verhältnisse unser Denken und weltanschaulichen Positionen prägen. Kaum untersucht ist bislang, dass sich an jedem seiner Wirkungsorte – Heidelberg, Frankfurt und nach 1933 im Londoner Exil – ein Kreis von Schülerinnen und Schülern um ihn bildete, mit einem für die Zeit ungewöhnlich hohen Frauenanteil.
Das Projekt rekonstruiert diese Kreise und geht der Frage nach, ob aus ihnen eine eigene empirische Forschungstradition hervorging, die durch Vertreibung und Exil abbrach oder im Exil weiterentwickelt wurde. Getragen wird das Vorhaben vom Archiv für die Geschichte der Soziologie in Österreich (AGSÖ) in Graz und vom Sozialwissenschaftlichen Archiv Konstanz (SAK); entstehen soll auch ein digitales Archiv zu den Nachlässen von Mannheims Schülerinnen und Schülern.
Laufzeit: drei Jahre ab November 2026, Gesamtvolumen rund 856.000 Euro.
Leitung: Univ.-Prof. Dr. Stephan Moebius, Assoz. Prof. Dr. Sabine Haring-Mosbacher (Universität Graz), Dr. Jochen Dreher (Universität Konstanz)