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Montag, 06.07.2026

Wenn Nachwuchsforschung konkrete Lösungen liefert

Eine Gruppe von Frauen und Männern. Sie stehen auf einer Bühne. ©Foto Fischer
©Foto Fischer

Theresa Schwaiger (3.v.l.) , Gumpinger Elias und Tanja Fahler-Münzer wurden mit den begehrten Stipendien der Wirtschaftskammer ausgezeichnet. Foto: Fischer

Drei Forschungsstipendien der Wirtschaftskammer gehen an Studierende der Universität Graz, der Hauptpreis sogar an Theresa Schwaiger vom Institut für Molekulare Biowissenschaften. Ihre Arbeiten reichen von neuen Wirkstoffen gegen resistente Keime bis zur Analyse globaler Lieferketten – und machen sichtbar, was universitäre Forschung für Gesundheit, Wirtschaft und gesellschaftliche Krisenfestigkeit leisten kann.

Ein großer Erfolg für die Universität Graz: Gleich drei Studierende wurden mit einem Stipendium der Wirtschaftskammer Österreich ausgezeichnet. Den Hauptpreis erhielt Theresa Schwaiger vom Institut für Molekulare Biowissenschaften für ihre innovative und gesellschaftlich relevante Forschungsarbeit. Dotiert sind die Stipendien mit je 2500 Euro.

Von Keimen bis Lieferketten

Die prämierten Arbeiten zeigen die große thematische Bandbreite junger Forschung. Sie reichen von nachhaltigen Strategien gegen multiresistente Keime über die Erforschung biologischer Alterungsprozesse bis zur Optimierung internationaler Produktions- und Liefernetzwerke. Gerade diese Beispiele machen deutlich, welche Rolle Universitäten für die Zukunftsfähigkeit von Wirtschaft und Gesellschaft spielen. Forschung an Hochschulen liefert Grundlagenwissen, entwickelt konkrete Lösungen für aktuelle Herausforderungen und bildet jene Fachkräfte aus, die Innovationen und langfristige Kooperationen vorantreiben. 

Theresa Schwaiger beschäftigte sich in ihrer Masterarbeit, die von Nermina Malanovic betreut wurde, mit der Entwicklung neuer antimikrobieller Wirkstoffe auf Basis nachwachsender und wiederverwerteter Rohstoffe. Ziel war es, umweltfreundliche Alternativen zu herkömmlichen Desinfektionsmitteln zu schaffen, die zugleich wirksam gegen resistente Krankheitserreger sind. Ihre Ergebnisse zeigen, dass sich aus Lignin und gebrauchtem Speiseöl leistungsfähige biobasierte Wirkstoffe herstellen lassen – mit großem Potenzial für Anwendungen im Gesundheitsbereich.

Ebenfalls ausgezeichnet wurde Elias Gumpinger vom Institut für Operations and Information Systems. Er entwickelte ein Optimierungsmodell für die Versorgung von BMW-Produktionsstandorten mit kritischen Bauteilen. Auf Basis mathematischer Verfahren und realer Unternehmensdaten lassen sich damit Engpasssituationen in globalen Lieferketten simulieren und fundierte Entscheidungen über die Verteilung knapper Ressourcen treffen. Die Arbeit leistet damit einen Beitrag zur Digitalisierung und Widerstandsfähigkeit moderner Produktionsnetzwerke. Betreuer war Johann Kellerer. 

Tanja Fahler-Münzer vom Institut für Molekulare Biowissenschaften untersuchte die genetischen und molekularen Grundlagen außergewöhnlicher Langlebigkeit. Am Modellorganismus Caenorhabditis elegans analysierte sie, welche genetischen und stoffwechselbezogenen Faktoren die Lebensspanne beeinflussen. Die Erkenntnisse tragen zu einem besseren Verständnis von Alterungsprozessen bei und könnten langfristig neue Ansätze für Prävention und Gesundheitsförderung eröffnen. Didac Carmona-Gutierrez betreute Fahler-Münzer.

Erstellt von Konstantin Tzivanopoulos

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