„Wir haben viele Identitäten, die wir je nach Anlass hervorholen“, fasst Markus Hadler, Professor am Institut für Soziologie, zusammen. Etwa wenn sich zig-Tausende beim Fest „Aufsteirern“ in Tracht kleiden. „Ähnlich einem Rubiks Würfel dreht man Felder zusammen und kehrt im Bedarfsfall eine Seite besonders hervor“, vergleicht Hadler. Und er unterstreicht: „Was einen selbst ausmacht, steht immer in Relation zu den anderen.“ Es gehe um die Frage, wohin man sich zugehörig fühle und welche Beziehungen bestünden.
Markus Hadler verweist auf die Umfrage Sozialer Survey Österreich (SSÖ), die regelmäßig den gesellschaftlichen Wandel in der Alpenrepublik beleuchtet und an der der Wissenschaftler intensiv mitarbeitet. Demzufolge genießen Siege beim Skifahren und im Fußball sehr große Bedeutung. „Neun von zehn Befragten erfüllen sportliche Leistungen mit Stolz“, weiß Hadler. Und dieser hohe Wert sei seit Jahrzehnten ungebrochen hoch. Ähnliche Beliebtheitswerte erzielen Kunst- und Literatur sowie österreichische Geschichte.