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Was wäre wenn ...?

Dienstag, 26.03.2019, Forschen

Soziologen der Universität Graz erheben Bedrohungspotenzial durch Störungen globaler Satellitensysteme

Mobil telefonieren, an der Zapfsäule Treibstoff tanken oder am Bankomaten Geld beheben – all das und noch viele andere alltägliche Selbstverständlichkeiten funktionieren auf Basis globaler Satelliten-Navigationssysteme (GNSS). Die meisten Menschen wissen jedoch nur wenig über das Ausmaß dieser Abhängigkeit. Gerhard Grossmann vom Institut für Soziologie der Universität Graz untersucht mit seinem Projektmanager Jürgen Pretsch mögliche Konsequenzen von Störungen der GNSS, um Vorkehrungen für den Notfall treffen zu können.

GNSS kommt heute in sehr vielen kritischen Infrastrukturen zum Einsatz, zum Beispiel zur Zeitsynchronisation von Finanztransaktionen, Kommunikationsnetzwerken und Stromnetzen, in der Luftfahrt ebenso wie beim Militär. „Aufgrund der geringen Signalstärke und weil mehrere globale Systeme gleiche Frequenzbänder verwenden, sind GNSS durch Cyberkriminalität relativ leicht verwundbar“, weiß Gerald Grossmann, Soziologe mit Schwerpunkt Krisen- und Katastrophenforschung. Das bedeutet, dass digitale Angriffe Anlagen und Einrichtungen mit essenzieller Bedeutung für das Wohl der Bevölkerung lahmlegen können.

Im Projekt „Be Aware“ erstellen Grossmann und Pretsch zusammen mit einem von JOANNEUM RESEARCH geleiteten Konsortium einen umfassenden Überblick über die kritischen GNSS-Infrastrukturen in Österreich, inklusive Bundesheer und Innenministerium. Darüber hinaus erheben die Forscher die Eintrittswahrscheinlichkeit und mögliche Folgen von Störungen in den einzelnen Bereichen. Die Projektergebnisse sollen die nötigen Informationen liefern, um Vorkehrungen gegen potenzielle Gefährdungen treffen und Schäden möglichst gering halten zu können.

„Wichtig ist, die BürgerInnen zu sensibilisieren sowie Strategien und Systeme zu entwickeln, die im Notfall zum Einsatz kommen und so die Abhängigkeit von GNSS reduzieren können“, fasst Grossmann zusammen. Was die Bevölkerung betrifft, so sei noch umfangreiche Aufklärungsarbeit zu leisten, wie eine Untersuchung des Risikobewusstseins im Rahmen des Projekts ergab: „Viele Menschen denken, beim Ausfall des GPS müssten sie nur auf ihr Navi verzichten und einfach die Straßenkarte oder den Stadtplan zur Hand nehmen“, berichtet Pretsch.

Die Sozialwissenschafter arbeiten Hand in Hand mit den ProjektpartnerInnen von JOANNEUM RESEARCH, der IGASPIN GmbH, den Wiener Netzen und dem Bundesministerium für Landesverteidigung, um einen detaillierten Rundum-Blick auf die möglichen Folgen einer Attacke auf die globalen Satelliten-Navigationssysteme zu erstellen. Anhand aller gesammelten Informationen wird das Team schließlich einen Bedrohungskatalog für Österreich erstellen, der es den BetreiberInnen der betroffenen kritischen Infrastrukturen ermöglichen soll, gegebenenfalls Maßnahmen zur Verbesserung der GNSS-Sicherheit zu treffen. Finanziert wird das Projekt von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG im Rahmen des Programms für Sicherheitsforschung KIRAS.

>> zur Projekt-Webseite „Be-Aware - Bedrohungsanalyse aufgrund der GNSS Störanfälligkeit in Österreich

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