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Vorträge im Sommersemester 2018

14.3.2018 Univ.-Prof. DDr. Georg Schneider (Institut für Unternehmensrechnung und Reporting)
 

Voting over Disclosure Standards

This article examines the nature of disclosure standards, under the assumption that (i) standards preferred by more firms are collectively chosen and (ii) privately informed firms prefer standards that increase market perceptions about the value of their assets. A standard is stable if it is preferred by a large enough super-majority of firms over any other standards. Absent any restriction on possible standards, only unanimity would make a standard stable. By contrast, when requiring standards that classify news from best to worst, there is at most a single stable standard, and it must be full disclosure. For a large class of distributions over valuations, the required super-majority is about two thirds, close to the majority required in many standardsetting boards. Value distributions with heavy tails, such as news that contains extreme risks, require higher super-majorities to be stable. These insights are robust to certain settings in which the information is used in decision-making.

21.3.2018 ao. Univ.-Prof. DDr. Gerhard Reichmann (Institut für Informationswissenschaft und Wirtschaftsinformatik)
 

Plagiate im universitären Bereich

Der Vortrag im Rahmen des Fakultätsforschungsseminars besteht aus mehreren Teilen: Zunächst wird auf den Begriff des Plagiats im universitären Bereich eingegangen, wobei sich die Ausführungen auf Plagiate beschränken, die sich auf Literatur beziehen. Anhand unterschiedlicher Dimensionen wird gezeigt, welche Arten von Plagiaten an Universitäten auftreten können. In weiterer Folge werden rechtliche Anknüpfungsmöglichkeiten vorgestellt, insbesondere ausgewählte Bestimmungen des Urheberrechts sowie des Universitätsgesetzes, die zum Teil umfangreiche Sanktionen für Plagiate vorsehen. Anschließend werden verschiedene Strategien zur Verhinderung von Plagiaten aufgezeigt, wobei hier zwischen Aufklärungs- und Abschreckungsstrategien unterschieden wird. Den Abschluss des Vortrages bildet die Vorstellung einer vor einigen Jahren durchgeführten Studie zum Problembewusstsein bzw. Verhalten von Studierenden im Zusammenhang mit Plagiaten.

28.3.2018 Dr. Otto Bodi-Fernandez (Center for Social Research)
 

Archivierung und Nachnutzung sozialwissenschaftlicher Forschungsdaten

Obwohl eine solide Datengrundlage Voraussetzung für empirisches Arbeiten in den Sozialwissenschaften ist, bleiben die Ergebnisse von wissenschaftlichen Erhebungen nach Projektabschluss oft ungenutzt und nur einem kleinen Personenkreis zugänglich. Jedoch wird von Fördergebern und Journals zunehmend gefordert, dass Forschungsdaten zur Nachnutzung archiviert und frei zugänglich gemacht werden. Die Archivierung und zur Verfügung Stellung von Forschungsdaten sind mittlerweile wesentliche Bestandteile eines modernen Forschungsdatenmanagements. Dabei spielen Repositorien und Datenarchive eine wichtige Rolle.
Im Vortrag sollen die Services von AUSSDA – The Austrian Social Science Data Archive vorgestellt werden. AUSSDA ist eine neue Forschungsinfrastruktur für sozialwissenschaftliche Daten in Österreich, deren Aufgabe es ist, Forschungsdaten aus den Sozialwissenschaften für Wissenschaft und Gesellschaft zugänglich und nachnutzbar zu machen. Als Core Facility ist AUSSDA an der Dienstleistungseinrichtung Bibliotheks- und Archivwesen der Universität Wien verankert und wird vom Rechenzentrum der Universität unterstützt. Durch Standorte in Wien, Graz und Linz ist AUSSDA an drei Universitäten in Österreich persönlich vertreten und bietet seine Services österreichweit an. Im europäischen Kontext ist AUSSDA österreichischer Repräsentant im Consortium of European Social Science Data Archives (CESSDA ERIC).
Der Vortrag bietet einen Überblick über die Services des neuen Datenarchivs, die Forschenden Beratung und Unterstützung in jeder Phase des Datenmanagements bieten – sei es bei der Archivierung eigener Forschungsdaten, bei der Erstellung von Datenmanagementplänen oder bei der Recherche und dem Zugang zu archivierten Daten.

25.4.2018 Claudia Langbauer, MSc (Institut für Unternehmensrechnung und Wirtschaftsprüfung)
 

Timing of Non-Audit Service Contracts, Strategic Auditing, and Information Knowledge Spillovers
Claudia Langbauer und Felix Niggemann

We study the optimal timing for shareholders to contract for the performance of non-audit services, namely management consulting services, by distinguishing between ex ante (before the reporting process) and ex post (after the reporting process) contracting when consulting services are relatively more efficient in distressed firms. The complementary consulting effort is supplied subsequent to the manager's effort. We find that ex ante contracting with the auditor regarding consulting services creates additional audit incentives due to information knowledge spillovers, which allow the auditor to make appropriate effort decisions during the consulting stage. Due to strategic effects, the increased audit incentives decrease misreporting by the manager and subsequently increase reporting accuracy such that the shareholders' efficiency loss due to the moral hazard problem with the manager is alleviated. The shareholders, however, must reimburse the auditor for the possible reputational losses that may arise in the case of ex ante contracting and an inappropriate consulting effort decision such that there is a trade-off regarding the advantageousness of ex ante contracting. In addition, we show that if collusion between the manager and the auditor is viable, then ex ante contracting becomes more beneficial to the shareholders.

2.5.2018 ao. Univ.-Prof. Dr. Roland Mestel (Institut für Banken und Finazierung)
 

Bitcoin and other cryptocurrencies from a financial point of view

Cryptocurrencies (CC), with Bitcoin leading the way, have boldly moved in the focus of attention in the last couples of months. Evolving from a niche existence to a new asset class, CC also emerged as a new topic in empirical economic studies. Scopus database (as of April 2018) contains 1093 (294) documents with ’Bitcoin’ (’Cryptocurrency’) in the title, abstract or keywords. Most studies are from Computer Sciences, but Economics and Finance studies are catching up rapidly. We ride this wave and make use of the increasing availability of time series from CC exchanges to evaluate traditional finance concepts for cryptos. This talk will focus on 1) price discovery of CC and the question of efficiency/predictability (Brauneis/Mestel, Economics Letters 165 (2018); 2) CC in a portfolio context (Brauneis/Mestel, SSRN 3124832); and 3) recent liquidity analyses for several of the most important CC exchanges.

9.5.2018 ao. Univ.-Prof. Dr. Otto Petrovic (Institut für Informationswissenschaft und Wirtschaftsinformatik)
 

Die Auswirkungen digitaler Medien auf das Lernen im Alltag

Eine fünfzehnjährige Schülerin, ein gleichaltriger Schüler verbringen im OECD-Schnitt über das Jahr gesehen täglich 2,6 Stunden im Klassenzimmer, seine Lehrerin und sein Lehrer knapp zwei Stunden (OECD, Education at a Glance 2017). Die gleichen Schülerinnen und Schüler verbringen hingegen 4,6 Stunden täglich mit digitalen Medien außerhalb von formalen Settings. Dessen ungeachtet liegt der Schwerpunkt in Wissenschaft, Wirtschaft und gesellschaftlicher Diskussion in der Verbesserung des Wissenstransfers vom Lehrenden zum Lernenden – ob in der Schule, an Universitäten oder in der Erwachsenenbildung. Diskutiert und erforscht werden Online education, Mobile learning oder Massive open online courses. Der Einfluss von digitalen Medien auf das nicht-intentionale Lernen im Alltag, das en-passant erfolgt, ist hingegen weitgehend unerforscht.

Einen Beitrag zum Schließen dieser Forschungslücke versucht in den letzten Jahren das Projekt D-Move zu liefern. Ziel ist, zentrale Wirkungsmechanismen von digitalen Medien auf das informelle Lernen durch audio-visuelle Aufzeichnung von Lernepisoden im Alltag zu identifizieren. Hierfür kommen drei Methoden zum Einsatz. Im Rahmen der Day Reconstruction Method (Daniel Kahneman) zeichnen Teilnehmer eine Woche lang durch digitale Medien stark verändertet Lernepisoden mittels Screencasts am Smartphone oder Personal Computer auf, erstellen Videoclips und annotieren diese Beobachtungen unmittelbar nachdem die Lernepisoden erfolgt sind. Jeden Abend werden sie detailliert elektronisches annotiert und analysiert. Analog erfolgt die zweite Erhebungsmethode, allerdings konzentriert auf themenspezifische Lernepisoden über einen längeren Zeitraum. Die dritte Erhebungsmethode folgt dem Participatory action research. Der Forscher führt zum Schließen von geographisch-personalen Forschungslücken Feldstudien in peripheren Ländern und Regionen in ungewöhnlichen Lernsituationen durch. Ziel ist vor allem ein tieferes Verständnis für Digital divide, den ‚digitalen Graben’. Die Fortbewegung erfolgt hierbei mittels öffentlicher Verkehrsmittel und Fahrrädern. Es kommen Videographie in Verbindung mit Vitalsensoren wie Powermeter, HFV, mobiles EKG und SmO2-Messungen zum Einsatz.

Die Auswertung der Lernepisoden erfolgt nach den Prinzipien der Grounded theory, geleitet von Lerntheorien und -bereichen sowie alternativen epistemologischen Zugängen. Unterschiedliche Codesysteme werden auf die erhobenen Lernepisoden angewandt und mit MAXQDA analysiert. Bisher wurden mit 70 Teilnehmern 300 Lernepisoden audio-visuell erfasst und mit Text- und Sprachannotationen durch die Lernenden versehen. Im Rahmen der Participatory action research wurden 72 Lernepisoden in Ländern wie Südkorea, Litauen, Indien und Iran audio-visuell und durch Messungen mit Vitalsensoren erfasst.

Es wurden bisher folgende zentralen Wirkmechanismen von digitalen Medien auf das informelle Lernen identifiziert und im Detail analysiert: Create and delete (medialization, omnipresent means of production, real time reach, copy ability without loss and marginal costs, traceability, no doubtlessness of deletion), Arrange and link (divisibility, multi-perspectivity, associativity), Transmit and access (efficient transmission, immediacy, searchability, interactivity and contingency, ubiquity).

16.5.2018 Mag. Dominik Paleczek (Institut für Unternehmensführung und Entrepreneurship)
 

Die Vorhersage beruflichen Erfolgs durch Persönlichkeitseigenschaften: Lohnt sich ein Blick auf die Schatten hinter dem Licht?

Purpose – The study aims to clarify whether the dark side of personality adds information beyond the bright side when predicting career success.

Design/methodology/approach – In total, 287 participants (150♀, Mage=37.74, SDage=10.38) completed questionnaires on the Dark Triad (narcissism, Machiavellianism, psychopathy) and the Big Five (emotional stability, extraversion, openness, agreeableness, conscientiousness). At the same time they provided information on their objective (salary, leadership-position) and subjective (career-satisfaction) career success. Regression analyses were used to estimate the Dark Triad's incremental predictive value.

Findings – Results show that the Dark Triad provides incremental information beyond the Big Five only when predicting salary (∆R²=.02*) and leadership-position (∆R²=.04*). In contrast, the Dark Triad did not explain unique variance when predicting career-satisfaction.

Research limitations/implications – The exclusive use of self-rated success criteria may increase the risk of same-source biases. Future studies should thus include ratings derived from multiple perspectives.

Practical implications – Considering the Dark Triad in employee selection and development seems particularly promising when predicting objective success criteria is in focus.

Social implications – Results are discussed in light of the socioanalytic theory. This may help to better understand behavior in organizational contexts.

Originality/value – This study is the first that simultaneously investigates all three traits of the Dark Triad as well as the Big Five in combination with objective and subjective career success. It extends previous findings by answering the question of whether the Dark Triad offers incremental or redundant information to the Big Five when predicting success.

23.5.2018 Univ.-Prof. Dr. Johanna Muckenhuber (Institut für Soziologie) und Karin Scaria-Braunstein, MA (Institut für Soziologie)
 

Jugendliche im Spannungsfeld zwischen traditionellen und modernen Kulturen. Wechselseitige Anerkennung als zentrale Ressource eines neuen Miteinanders

Im Setting Schule treffen Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen sozialen Hintergründen auf einander. Das betrifft u.a. den Bildungsgrad der Eltern, deren finanzielle Situation, politisch dominante Einstellungen in den Familien und auch die Frage nach einem Migrationshintergrund. Dies alles kann den Schulalltag und das Miteinander der Schüler*innen beeinflussen. Wir sind davon überzeugt, dass in diesem Zusammenhang auch die Frage der Emotionen von Bedeutung ist. Denn die Schüler*innen stehen in ihrer Entwicklungsaufgabe  vor einer Ablösung von ihrem Elternhaus und der Entwicklung einer eigenständigen Erwachsenen-Identität. Vor allem Schüler*innen mit einem Migrationshintergrund in der 1., 2. oder 3. Generation  befinden sich im Spannungsfeld zwischen der österreichischen Gesellschaft und ihrem Elternhaus. Wir gehen also davon aus, dass Jugendliche die Aufgabe zu bewältigen haben, sich im Reibungsfeld der Generationen zu entfalten. Wir argumentieren mit Mannheim (1970), dass Einstellungen und Werte oft unbewusst weitergegeben und verinnerlicht werden, sich aber zugleich neue Potentiale erst in einem dynamischen Wechselwirkung des Generationsübergangs zu entwickeln vermögen (1970, S. 538 f.).

Jugendliche Identitätsbildung in Zusammenhang mit Migration wird in den Sozialwissenschaften vorwiegend als zweidimensionaler Prozess der Innen- und Außenperspektive mit den Begriffen der ethnischen, nationalen oder religiösen Identität diskutiert (siehe etwa Schnell, 1990; Raithel & Mrazek, 2004; Leszczensky & Gräbs Santiago, 2014). Dabei wird übersehen, dass die politische Forderung nach Integration den zumeist im deutschsprachigen wissenschaftlichen Raum verwendeten Begriff der Assimilation entspricht, in dessen Verständnis Emotionen allgemein nur einen Teilaspekt einer letztlich „gelungenen Integration” darstellt (u.a. bei Heckmann, 21015; Kalter, 2008). Viel zu selten wird verstanden, dass Identitätsbildung und Integration als verflochtener und offener Verlauf transkultureller und emotionaler Beziehungen stattfindet. Ein zentraler Faktor ist in diesem Zusammenhang jener der wechselseitiger Anerkennung (Honneth, 1994, 2010) von Differenzen und Gemeinsamkeiten.

In unserem Projekt widmen wir uns den Fragen der Identitätsentwicklung und vor allem auch des Mit- und Gegeneinanders unter Berücksichtigung des Konzeptes der wechselseitigen Anerkennung von SchülerInnen in steirischen Neuen Mittelschulen. Eine einwöchige Theaterintervention in vier Schulen (Graz und Ennstal) mit der Theaterpädagogin Verena Kiegerl ist Teil des sequentiellen Mixed-Methods Zugangs (1. Fragebogenerhebung, 2. qualitativen Interviews und  „think aloud Methode” zur Erforschung der Kommunikation der Jugendlichen in sozialen Netzwerken), und ermöglicht den Jugendlichen eine aktive Teilnahme am Forschungsprojekt anhand spielerischer Rollenübernahmen. Im Rahmen der Präsentation werden erste empirische Ergebnisse präsentiert und im Kontext der oben skizierten Theorien diskutiert.

30.5.2018 ao. Univ.-Prof. Dr. Margareta Kreimer (Institut für Volkswirtschaftslehre) und Daniel Reiterer, M.A. (Econ.) (Institut für Finanzwissenschaft und Öffentliche Wirtschaft)
 

Intergenerational Social Mobility in Austria

Dieser Beitrag befasst sich mit Aspekten der intergenerationalen Mobilität und Faktoren, die für den langfristigen sozioökonomischen Status von Individuen verantwortlich sind. Generell versteht man unter intergenerationaler sozialer Mobilität das im Stande sein der Nachfolgegeneration, einen höheren sozialen Status als die Elterngeneration zu erreichen. Werden aus Kindern reicher Eltern später reiche Erwachsene und aus Kindern armer Eltern arme Erwachsene, dann kann dies auf rigide Strukturen in der Gesellschaft zurückgeführt werden, welche unter anderem aus der Vererbung von Einkommen und Bildung resultieren (Corak 2013). Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen dem Bildungsniveau und der ökonomischen Situation der Elterngeneration und dem Bildungsstand sowie dem erzielbaren Einkommen der Nachfolgegeneration (OECD 2010; Causa und Johansson 2011; Altzinger und Schnetzer 2013; Fessler et al. 2012). Einerseits hängt das erzielbare Einkommen der Nachfolgegeneration unmittelbar vom eigenen Bildungsniveau ab, welches wiederum das Ergebnis privater und öffentlicher Investitionen ist. Fehlen private Bildungsinvestitionen aufgrund finanzieller Einschränkungen der Elternhaushalte, kann dies durch ein entsprechendes Angebot an öffentlichen Bildungseinrichtungen kompensiert werden. Das erzielbare Einkommen der nächsten Generation wird somit indirekt durch die finanzielle Situation der Elterngeneration beeinflusst, welche wiederum durch ihr eigenes Bildungsniveau bestimmt wird. Darüber hinaus spielen kulturelle und institutionelle Aspekte eine entscheidende Rolle für die intergenerationale soziale Mobilität, aber auch die genetische Veranlagung (Bowles und Gintis 2002).

In Österreich gibt es nur wenige Studien, die sich mit dem Thema intergenerationale Mobilität auseinandersetzen. Altzinger und Schnetzer (2013) untersuchten die intergenerationale Einkommensmobilität in Österreich im Kontext europäischer Wohlfahrtssysteme. Sie stellen fest, dass das Einkommen der Nachkommen entscheidend von der finanziellen Situation der Eltern abhängt. Zudem haben Schneebaum et al. (2015) jüngst die Rolle von Geschlecht und Migrationshintergrund in der intergenerationalen Bildungsmobilität analysiert. Die meisten Studien befassten sich bislang - mit Ausnahme von Causa und Johansson (2011) - entweder mit intergenerationaler Bildungsmobilität oder mit intergenerationaler Einkommensmobilität. In diesem Beitrag wird eine umfassendere Betrachtungsweise zugrunde gelegt, indem sowohl die ökonomische Situation als auch das Bildungsniveau der Elterngeneration kombiniert wird. Es kann empirisch gezeigt werden, dass die endogen bestimmte ökonomische Situation der Elterngeneration, die sich aus der Kombination von Bildungsniveau, beruflichem Status und weiteren soziodemografischen Merkmalen zusammensetzt, von grundlegender Bedeutung ist, wenn über Determinanten diskutiert wird, die den sozioökonomischen Status der nächsten Generation beeinflussen.

Aus sozialpolitischer Sicht gilt es eine hohe Mobilität zwischen Generationen anzustreben, um sozioökonomische Nachteile auszugleichen und so für mehr Chancengerechtigkeit zu sorgen. Denn werden die Bildung und das erzielbare Einkommen der Kinder zu einem großen Teil von der Bildung und dem Einkommen der Eltern determiniert, dann ist es um die Zukunftsperspektiven von Kindern aus sozial schwachen Familien schlecht bestellt.

6.6.2018 Ass.-Prof. Dr. Elisabeth Riebenbauer (Institut für Wirtschaftspädagogik) und Dr. Doreen Holtsch (Institut für Erziehungswissenschaft, Universität Zürich)
 

Forschendes Lernen und wissenschaftliche Orientierung - Selbsteinschätzungen von Studierenden im Masterstudium Wirtschaftspädagogik
Elisabeth Riebenbauer und Doreen Holtsch

Forschendes Lernen zielt darauf ab, Studierende systematisch an wissenschaftliche Denk- und Arbeitsweisen heranführen und sie zu befähigen, unter Anleitung Forschungsabläufe selbst zu konzipieren und umzusetzen. Forschungsbezogene Hochschullehre kann zum einen nach den inhaltlichen Schwerpunkten und zum anderen nach dem Aktivitätsniveau der Studierenden unterschiedlich gestaltet werden (Rueß, Gess & Deicke 2016).

Im Beitrag soll erstens die hochschuldidaktische Umsetzung des Forschenden Lernens anhand eines Masterseminars zur empirischen Instruktionsforschung vorgestellt werden. Dabei wird gezeigt, wie Studierende eine fachdidaktische Fragestellung entwickeln und welche Erfahrungen sie bei der Durchführung der Studie, bei der Auswertung und der Präsentation der Ergebnisse machen. Zweitens werden Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitstudie zum Forschenden Lernen vorgestellt, in der folgende Fragestellungen untersucht wurden:

  1. Wie schätzen die Studierenden ihr Interesse und ihren Wissensstand (a) zu fachdidaktischen Aspekten und (b) zum Forschen zu Beginn des Seminars ein (t1) und wie entwickeln sich das Interesse und der wahrgenommene Wissensstand bis zum Ende der Vorlesungszeit (t2) und bis zum Abschluss des Forschungsberichts (t3)?
  2. Mit welcher wissenschaftlichen Orientierung und Praxisorientierung beginnen Studierende das Seminar (t1) und wie entwickeln sich diese Orientierungen bis zum Ende der Vorlesungszeit (t2) und bis zum Abschluss des Forschungsberichts (t3)?

Die Befragung der Masterstudierenden (N=37) fand zu drei Messzeitpunkten statt und umfasste neben Skalen zur Erfassung der wissenschaftlichen Orientierung und der Praxisorientierung (Denzler & Wolter 2008) auch selbstentwickelte Skalen zum Interesse und zum subjektiv wahrgenommenen Wissen der Studierenden. Erste Auswertungen zeigen, dass Studierende das Seminar eher mit einer Praxisorientierung beginnen. Im Beitrag sollen die weiteren Ergebnisse präsentiert und Schlussfolgerungen für die Gestaltung von forschendem Lehren und Lernen kritisch diskutiert werden.

13.6.2018 Dr. Rainer Kleber (Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg)
 

Sourcing Strategies in the Presence of Demand and Price Risks

Increasing outsourcing content in manufacturing, the use of spot markets and eProcurement, and rising customer expectations pose a challenge for procurement management by increasing the level of uncertainty. Effective sourcing strategies dealing with different types of risk, therefore, combine several procurement alternatives with stock-keeping. In this paper, we focus on the role of inventory as a means for operational hedging when combining a multi-period option contract and spot market. We consider a manufacturing company in a make-to-stock environment with uncertain product demand and replace the common i.i.d. price assumption that is typical in operations management studies by a more realistic spot price model with inter-temporal correlation. We reveal that price autocorrelation has a considerable impact on the structural properties of optimal stock-keeping policies. Furthermore, we isolate two main effects of correlation in spot-price dynamics when selecting policy parameters: a variability effect, which increases the benefits from stock-keeping and lessens the usage of the contract, and a counteracting correlation effect that exploits persistence of low/high spot price incidences. In a numerical study, we show under which circumstances disregarding the correlation can result in large performance losses.

20.6.2018 Univ.-Prof. Dr. Thomas Krautzer (Institut für Wirtschafts-, Sozial- und Unternehmensgeschichte)
 

Stärkefeldmatrix Steiermark: Technologische und wirtschaftliche Schwerpunktfelder: Verflechtung und Entwicklungsperspektiven

Die Fragestellung hinter dem Projektansatz war, in welchen Stärkefeldern die steirische Wirtschaft positioniert ist, worauf sich diese Stärken gründen und welche weitere Entwicklung diese nehmen. Dahinter steht die Annahme, dass Kooperation, Bündelung und strategisches Alignment die zentralen Stellhebel einer Region sind, wobei die Nähe der handelnden Personen und die Geschwindigkeit der kurzen Wege die entscheidenden Vorteile für eine regionale Intervention darstellen. Innerhalb der drei tragenden Pfeiler einer modernen Entwicklung (industry, universities (knowledge), government) sollte daher eine gemeinsame Sicht auf die wirtschaftlichen und wissensbasierten Stärkefelder herrschen. Das heißt es ist ein Prozess zu finden, der über das Wissen um Stärken und Fähigkeiten und das Erkennen des Wandels in Technologien, Märkten und des gesellschaftlichen Umfelds hin zu Szenarien und gemeinsamen Entwicklungsplänen findet.

In einem ersten Schritt wurden in Kooperation zwischen der innoregio styria, Joanneum Research und der Universität Graz (Zentrum für Entrepreneurship und I:WSU) Indikatoren analysiert und über eine Unternehmensbefragung sowie einem Workshop mit Leitbetrieben versucht, wesentliche Elemente von derzeitigen und künftigen Technologieanwendungen sowie Markterfordernissen darzustellen und damit eine breitere Diskussion zu eröffnen.

Wesentliche Ergebnisse waren u.a., dass nach wie vor die Kernindustrie den treibenden Faktor der steirischen Wirtschaft darstellt. Hier sind es erstaunlicherweise die traditionellen Sektoren, die auch über die Krise hinweg am besten performten. Diese Entwicklung basiert eindeutig auf einer erstaunlichen Ausweitung der F&E Kapazitäten, die in der Steiermark zum überwiegenden Teil über den Unternehmenssektor (zu 75 Prozent) finanziert werden und auf den technischen Bereich fokussiert sind. Die weitere intensive Konzentration auf durch die Digitalisierung beeinflusste Bereiche wie „Simulation”, „Automation”, „predictive”, „preventive” und „collaborative” wird keinen Druck auf die Zahl der Arbeitsplätze aber einen hohen auf die weiteren Qualifikationserfordernisse bringen.

27.6.2018 Assoz.-Prof. DDr. Vera Hofer (Institut für Statistik und Operations Research) und Dr. Thomas Nowak (Institut für Statistik und Operations Research)
 

Tolerance limits for the reliability of semiconductor devices using longitudinal data

As semiconductor devices are key components in a vast range of products, issues concerning reliability and quality control are of crucial importance to manufacturers. In order to gain insights on the future behavior of the devices, manufacturers let their devices to undergo extensive stress test procedures. This quality control task deals with a particular stress test, i.e. high temperature operating life tests, where devices are exposed to high temperatures, pressures or humidity, which cause the devices to age artificially fast.
Based on measurements of a random sample of devices, the aim of this work is to compute tolerance limits, such that all subsequent measurements during the test stay within their predefined specification limits with a given high probability. These tolerance limits can then be used by automated test equipment for the quality control of devices directly from the production process without their prior exposure to stress test conditions. Devices with electrical parameters within their respective tolerance limits can successfully finish the production line, while all other devices will be discarded.
This talk presents an overview on three approaches for computing such reliability-ensuring tolerance limits. These approaches are based on multi-variate copula models (I), spline interpolations of the measurements (II) as well as on a Markov process (III). The capability of the models is demonstrated by computing optimal tolerance limits for several drift patterns that are expected to cover a wide range of scenarios. Based on these computations, we show the resulting yield losses and analyze the performance of the tolerance limits based on a large simulation study.

 

 

 

Kontakt

Dekanat der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät

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Priv.-Doz. Dr.

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